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Dithmarscher Landeszeitung Von Stefan Carl und Wolfgang Blumenthal (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg) Pferde-Preller: Anzeigenflut bei Polizei
Sabine van Hoorn empfindet ohnmächtige Wut Suche nach Pferd in Süderholm
Von Stefan Carl und Wolfgang Blumenthal
Heide Pferdebesitzer in ganz Norddeutschland sind entsetzt: Offenbar sind deutlich mehr Beistellpferde als bislang bekannt auf Weiden bei Heide unterschlagen, weiterverkauft oder gar zum Schlachter gebracht worden.
Über zwei verschwundene Pferde hatte unsere Zeitung kürzlich berichtet. Inzwischen sind weitere Fälle dazugekommen, bestätigt Carsten-Peter Beck von der Kriminalpolizei in Heide. Ein Ende sei nicht absehbar. Beck: "Wir stecken erst am Anfang der Ermittlungen."
Auch bei den neuen Fällen handele es sich um Beistellpferde (siehe Artikel rechts), die verschwunden sind und offensichtlich unterschlagen wurden.
Die Ermittlungen richten sich gegen ein Pärchen aus Heide. Beide eine 39-jährige Frau und ihr gleichaltriger Gefährte standen schon vor Gericht. Die 39-Jährige wurde unter anderem wegen Betruges zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Mann wurde freigesprochen.
Wie viele Pferdebesitzer von dem verdächtigen Paar geprellt wurden, können die Kripo Heide und die Staatsanwaltschaft in Itzehoe noch nicht einschätzen. Es sind weitere Anzeigen bei den Polizeistellen in Brunsbüttel, Uetersen und Eutin eingegangen, bestätigt Staatsanwalt Dr. Knut Güniker. "Die Fälle haben sich alle in den Jahren 2007 und 2008 zugetragen und werden jetzt bei uns gebündelt."
Zu den Geprellten zählen auch Sabine van Hoorn und ihre Ehemann. Sie hatten zwei Pferde bei dem besagten Pärchen als Beistellpferde in Obhut gegeben. Als sie von den Vorfällen hörten, machten sie sich am vergangenen Sonnabend in Süderholm auf die Suche nach ihren Tieren. Es handelt sich dabei um den Quarterhorse-Fuchs "Macho" und die Stute "Shokey", ebenfalls ein Quarterhorse.
"Wir wollten die Pferde am Sonnabend abholen. Sie sollten auf einer Hauskoppel in Süderholm stehen", sagte Sabine van Hoorn gestern unserer Zeitung. Doch als sie um 9 Uhr in Süderholm eintraf, war keines ihrer Tiere auf der Weide.
"Wir fragten bei den Nachbarn herum und bei der Frau, die die Tiere betreut. Es hieß, dass Macho Stunden zuvor verladen und fortgeschafft worden sei", so van Hoorn es sei der Mann der 39-Jährigen gewesen. Er sei angeblich mit einem weißen Bus samt Pferdeanhänger noch im Dunkeln vorgefahren und habe das Tier verladen. "Und unsere Stute soll schon im vergangenen Sommer weggebracht worden sein", sagt van Hoorn, die allerdings nicht weiß, wem sie in dieser Angelegenheit noch Glauben schenken darf. Es habe geheißen, das Pferd sei auf irgend eine Koppel im Süderholmer Moor gebracht worden. "Aber da zu suchen, ist wie die Sache mit der berühmten Stecknadel im Heuhaufen", seufzt van Hoorn. "Ich bin enttäuscht, wütend und ohnmächtig", fasst sie ihre Emotionen zusammen.
Sabine van Hoorn suchte am Sonnabend auch die Wohnung des Pärchens in Süderholm auf. "Auf unser Klingeln hat niemand geöffnet. Aber die Rollläden wurden geschlossen. Es war also definitiv jemand im Haus", sagt sie.
Die van Hoorns leben in Weyhe bei Bremen. Sie hatten ihre Tiere als Beistellpferde an die Süderholmerin abgegeben in der Hoffnung, dass es ihnen dort gut gehe. "Wir besitzen aber noch die Originalpapiere, ohne die die Tiere nicht verkauft werden können. Außerdem haben wir immer gesagt, dass wir die Tiere wieder abholen, wenn es in Heide aus irgend welchen Gründen Schwierigkeiten geben würde", sagt van Hoorn. Die gibt es nun in der Tat allerdings ganz anders, als die Pferdefreundin dies jemals erwartet hätte.
Die Quarterhorse-Stute "Shokey" ist eines von zwei Tieren, die Sabine van Hoorn bei einem Süderholmer Pärchen in Obhut gegeben hat und von denen nun jede Spur fehlt. Die Stute ist gut daran zu erkennen, dass sie keinen Schopf hat. Damit wird die Mähne zwischen den Ohren bezeichnet.
Der Quarterhorse-Fuchs "Macho" ist gut an seiner großen weißen Blesse, in Fachkreisen als Laterne bezeichnet, zu erkennen. Zudem sind alle vier Beine weiß gestiefelt.
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