31.07.2010

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Dithmarscher Landeszeitung - 21.01.2009 - Pferde-Preller: Anzeigenflut bei Polizei PDF Drucken E-Mail

Dithmarscher Landeszeitung

Von Stefan Carl und Wolfgang Blumenthal (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg)

 

Pferde-Preller: Anzeigenflut bei Polizei

Sabine van Hoorn empfindet ohnmächtige Wut  Suche nach Pferd in Süderholm

Von Stefan Carl und Wolfgang Blumenthal

Heide  Pferdebesitzer in ganz Norddeutschland sind entsetzt: Offenbar sind
deutlich mehr Beistellpferde als bislang bekannt auf Weiden bei Heide
unterschlagen, weiterverkauft oder gar zum Schlachter gebracht worden.

Über zwei verschwundene Pferde hatte unsere Zeitung kürzlich berichtet.
Inzwischen sind weitere Fälle dazugekommen, bestätigt Carsten-Peter Beck
von der Kriminalpolizei in Heide. Ein Ende sei nicht absehbar. Beck: "Wir
stecken erst am Anfang der Ermittlungen."

Auch bei den neuen Fällen handele es sich um Beistellpferde (siehe Artikel
rechts), die verschwunden sind und offensichtlich unterschlagen wurden.

Die Ermittlungen richten sich gegen ein Pärchen aus Heide. Beide  eine
39-jährige Frau und ihr gleichaltriger Gefährte  standen schon vor Gericht.
Die 39-Jährige wurde unter anderem wegen Betruges zu 18 Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt. Der Mann wurde freigesprochen.

Wie viele Pferdebesitzer von dem verdächtigen Paar geprellt wurden, können
die Kripo Heide und die Staatsanwaltschaft in Itzehoe noch nicht
einschätzen. Es sind weitere Anzeigen bei den Polizeistellen in
Brunsbüttel, Uetersen und Eutin eingegangen, bestätigt Staatsanwalt Dr.
Knut Güniker. "Die Fälle haben sich alle in den Jahren 2007 und 2008
zugetragen und werden jetzt bei uns gebündelt."

Zu den Geprellten zählen auch Sabine van Hoorn und ihre Ehemann. Sie hatten
zwei Pferde bei dem besagten Pärchen als Beistellpferde in Obhut gegeben.
Als sie von den Vorfällen hörten, machten sie sich am vergangenen Sonnabend
in Süderholm auf die Suche nach ihren Tieren. Es handelt sich dabei um den
Quarterhorse-Fuchs "Macho" und die Stute "Shokey", ebenfalls ein
Quarterhorse.

"Wir wollten die Pferde am Sonnabend abholen. Sie sollten auf einer
Hauskoppel in Süderholm stehen", sagte Sabine van Hoorn gestern unserer
Zeitung. Doch als sie um 9 Uhr in Süderholm eintraf, war keines ihrer Tiere
auf der Weide.

"Wir fragten bei den Nachbarn herum und bei der Frau, die die Tiere
betreut. Es hieß, dass Macho Stunden zuvor verladen und fortgeschafft
worden sei", so van Hoorn  es sei der Mann der 39-Jährigen gewesen. Er sei
angeblich mit einem weißen Bus samt Pferdeanhänger noch im Dunkeln
vorgefahren und habe das Tier verladen. "Und unsere Stute soll schon im
vergangenen Sommer weggebracht worden sein", sagt van Hoorn, die allerdings
nicht weiß, wem sie in dieser Angelegenheit noch Glauben schenken darf. Es
habe geheißen, das Pferd sei auf irgend eine Koppel im Süderholmer Moor
gebracht worden. "Aber da zu suchen, ist wie die Sache mit der berühmten
Stecknadel im Heuhaufen", seufzt van Hoorn. "Ich bin enttäuscht, wütend und
ohnmächtig", fasst sie ihre Emotionen zusammen.

Sabine van Hoorn suchte am Sonnabend auch die Wohnung des Pärchens in
Süderholm auf. "Auf unser Klingeln hat niemand geöffnet. Aber die Rollläden
wurden geschlossen. Es war also definitiv jemand im Haus", sagt sie.

Die van Hoorns leben in Weyhe bei Bremen. Sie hatten ihre Tiere als
Beistellpferde an die Süderholmerin abgegeben  in der Hoffnung, dass es
ihnen dort gut gehe. "Wir besitzen aber noch die Originalpapiere, ohne die
die Tiere nicht verkauft werden können. Außerdem haben wir immer gesagt,
dass wir die Tiere wieder abholen, wenn es in Heide aus irgend welchen
Gründen Schwierigkeiten geben würde", sagt van Hoorn. Die gibt es nun in
der Tat  allerdings ganz anders, als die Pferdefreundin dies jemals
erwartet hätte.

Die Quarterhorse-Stute "Shokey" ist eines von zwei Tieren, die Sabine van
Hoorn bei einem Süderholmer Pärchen in Obhut gegeben hat  und von denen nun
jede Spur fehlt. Die Stute ist gut daran zu erkennen, dass sie keinen
Schopf hat. Damit wird die Mähne zwischen den Ohren bezeichnet.

Der Quarterhorse-Fuchs "Macho" ist gut an seiner großen weißen Blesse, in
Fachkreisen als Laterne bezeichnet, zu erkennen. Zudem sind alle vier Beine
weiß gestiefelt.

 







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